Team Recruiting – die gemeinsame Suche nach dem perfekten Kollegen

people-979508_1280In einem modernen und vom sozialen Standpunkt aus gut geführten Unternehmen kennen die Mitarbeiter ihre Stärken in Kombination mit jenen der Kollegen, was von einem klugen Chef profitabel genutzt und eingesetzt wird. Nach dem längst etablierten Team Work ist nun das Team Recruiting (auch Social Recruiting genannt) an der Reihe, ein Prozess, bei dem die Belegschaft gemeinsam neue Kollegen rekrutiert. Dabei werden die Mitarbeiter motiviert, geeignete Personen nicht nur anzusprechen und auf die Jobmöglichkeit im Unternehmen aufmerksam zu machen, sondern den gesamten Anwerbungsvorgang firmenintern im Kollegenkreis zu absolvieren. Es handelt sich dabei also um eine Art Mundpropaganda zum Zwecke der Teamvergrößerung, meist mit Unterstützung sozialer Medien und kommunikativer Netzwerke – ausgelagert vom Personaler mit Verantwortungsübergabe an die Belegschaft, unterstützt zum Beispiel durch spezielle Personalmanagementsoftware wie Umantis.

Vorteile des Team Recruitings

Das Team Recruiting hat gleich mehrere Vorteile. Einerseits sind die Kosten pro Anwärter auf eine vakante Stelle relativ gering, da keine öffentlichen Ausschreibungen nötig sind. Andererseits besteht über das Informationssystem der sozialen Netzwerke die Möglichkeit, die Anforderungen an den Job, wie auch die Besonderheiten der betreffenden Unternehmenskultur, leicht verständlich und locker zu vermitteln. Damit wird ein Teil des Kennenlernens der Firma und deren Mitarbeiter bereits vorweggenommen, was die Gefahr reduziert, dass neue Kollegen aufgrund von Unverständnis gegenüber dem firmentypischen Vorgehen schon in der Anfangszeit kündigen.
Zudem fungieren die bereits etablierten Mitarbeiter als „Gatekeeper“: Sie sprechen nur die Personen an, die dem Anforderungsprofil entsprechen und die ins Team passen. Somit ist sichergestellt, dass die fachliche Kompetenz ebenso vorhanden ist, wie eine gewisse Basissympathie, ohne die kein Team optimal funktioniert. Und nur eine hohe Arbeitszufriedenheit garantiert Loyalität und eine emotionale Bindung an den oder die Vorgesetzten. Umgekehrt steigert es die Bereitschaft, das Unternehmen als Arbeitsplatz an Personen im privaten Netzwerk weiterzuempfehlen. Vor allem für eine Position im Unternehmen, die üblicherweise eher schwierig zu besetzten ist, sind die Empfehlungen der Mitarbeiter häufig Gold wert.

Kritik am Team Recruiting

Es kann sehr schwierig sein, mit allen Kollegen gemeinsam ein für alle zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Wenn das Erstellen eines Anforderungsprofils, die Ausschreibung und Verbreitung, die eigentliche Auswahl aus mehreren Bewerbern bis hin zur endgültigen Entscheidung komplett im Team stattfindet, kann sich der Recruiting-Prozess unter Umständen länger hinziehen. Und für den Chef, der sich auf diese Art der Mitarbeitersuche und -einstellung eingelassen hat, bedeutet das: Das Votum seiner Belegschaft ist bindend. Es gibt allerdings auch noch weitere Kritikpunkte am Team Recruiting, beispielsweise den, dass eine Teamentscheidung bei der Anwerbung eines neuen Kollegen zu kurz greift, etwa wenn das Eigeninteressen einzelner Kollegen in den Vordergrund der Entscheidung rückt oder unter Umständen Revierkämpfe eine Rolle spielen. Außerdem könnten einzelne Mitarbeiter unter Druck geraten, sich der Mehrheit anzuschließen. Einige Vorgesetzte haben sich mit ihren Leuten daher wieder auf das gute alte Team Work geeinigt: Der Chef oder Personaler sucht den neuen Kollegen aus, macht Biografie-Arbeit und organisiert Bewerbungsgespräche, und die Mitarbeiter entscheiden, ob sie mit der oder dem „Neuen“ zusammenarbeiten wollen.

Personalprofis auch weiterhin nicht arbeitslos

Die Erfolgsquote gibt Personalern, die das Team Recruiting und Empfehlungen aus dem Mitarbeiterkreis für die Stellenbesetzung nutzen, recht. Es wird dazu geraten, die Kollegen von Anfang an in den Prozess zu involvieren, beginnend bei der Formulierung einer Stellenanzeige, die mittels privater Kommunikationskanäle verbreitet werden soll. Doch die Personalabteilung eines Unternehmens muss deshalb nicht abgeschafft werden – im Gegenteil: Als Koordinationsstelle und moderierendes Organ bringt sie das Team, die Führungskräfte sowie alle Bewerber um die vakante Stelle an einen Tisch, um im gemeinsamen Entscheidungsprozess den besten neuen Kollegen zu finden. Letztlich sichert die mutige Einführung von Team Recruiting als gemeinsame soziale Aktivität der Firma zusätzlich einen Wettbewerbsvorteil.  Abschließend ist zu sagen: Um im ständig härter werdenden Wettbewerb um Fachkräfte langfristig erfolgreich zu agieren, stellen Mitarbeiterempfehlungen eine wertvolle Ergänzung zu den altbewährten Rekrutierungsinstrumenten dar.

Bildquelle: www.pixabay.com

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