Soziale Produktivität im Unternehmen steigern
Die FH Salzburg bietet ab Herbst das neue Masterstudium “Social Capital Management” an. Max Gersten sprach mit Mag. Jeanny Gucher, Geschäftsführerin der 4dimensions GmbH Beratungs- und Forschungsinstitut und Leiterin des Masterstudiums unter anderem über die Wichtigkeit des Sozialkapitals in einem Unternehmen. Dieser Artikel wurde im Magazin Training von Christoph Wirl veröffentlicht.
Wie wir soziale Beziehungen im Arbeitsumfeld erleben und gestalten, hat einen direkten Einfluss auf unsere Motivation. Wenn ich mich im Kreis der Kollegen wohlfühle, mich auf die anderen verlassen kann und ihnen vertraue, bin ich dadurch in einem anderen Umfang bereit, mich mit dem Team für die Erreichung der gemeinsamen Ziele einzusetzen. Und Aufgaben, Projekte in Teams zu lösen, oft unter schwierigen Rahmenbedingungen, ist für die meisten Unternehmen ein zentraler Teil ihres Wertschöpfungsprozesses. Wenn also die soziale Interaktion von Konflikten und Machtspielen geprägt ist, kostet das dem Unternehmen letzten Endes Geld, weil sich die Menschen nicht in vollem Umfang einbringen können und damit nicht den gesamten Spielraum des Möglichen der sozialen Produktivität ausschöpfen.
Warum ist Sozialkapital in einem Unternehmen so wichtig?
Weil es drei unterschiedliche Kapitalien braucht, um nachhaltig Wertschöpfung zu erzielen. Das Realkapital ist uns dabei noch am bekanntesten, wir benötigen Geld und Sachmittel, um (Wissens-)Produktionen in Gang zu setzen. Und wir brauchen natürlich die Menschen, die ihre Arbeitsleistung und immer mehr auch ihr spezifisches Know-how für das Unternehmen einsetzen sollen. Aber ohne die Ebene des Sozialkapitals können wir nicht miteinander produktiv werden. Denn über das Sozialkapital gestaltet sich die soziale Interaktion, bilden sich Regeln und Normen, entsteht eine Kultur der Zusammenarbeit.
Außerdem ist das Unternehmen durch das Sozialkapital der Mitarbeiter und auch durch die Reputation des Unternehmens selbst mit den Märkten, den Kunden, der Gesellschaft vernetzt. Je höher dieser Vernetzungsgrad nun ist, zum Beispiel zwischen Experten eines bestimmten, technischen Fachgebietes, desto höher wird auch die Problemlösungskompetenz dieses Netzwerks an sich. Denn ich weiß dann zum Beispiel, wen ich in meiner eigenen oder auch in einer anderen Firma anrufen kann, wenn ich hier mit meinem Team in einer bestimmten Frage nicht weiterkomme. Je kooperationsfähiger und verantwortungsvoller die Mitarbeiter daher nach innen und nach außen auftreten, desto mehr Reputation schafft dies für das Unternehmen, und damit auch wieder für den Einzelnen.
Wie kann man Vertrauen/Konfliktlösungskompetenz in einem Unternehmen fördern?
Indem im Unternehmen klare Anreize geschaffen werden, um kooperatives, selbstbestimmtes Handeln zu fördern. Und damit meine ich nicht monetäre Anreize, sondern soziale. Denn soziologische Studien belegen, dass uns als Menschen nichts mehr zu bestimmtem Verhalten motiviert, als soziale Anerkennung. Als Führungskraft bedeutet dies etwa, in meinem Team kooperative Problemlösungen, wertschätzenden Umgang mit Konflikten und nachhaltiges, selbst organisiertes Handeln bewusst durch Aufmerksamkeit und Lob zu belohnen. Es gilt also, eine Bühne zu schaffen für diese Form des Umgangs, um kooperatives Handeln als Erfolgsstrategie sichtbar zu machen.
Erzählen Sie uns bitte etwas über das neue Studium!
Ab Herbst 2011 kann man an der Fachhochschule Salzburg „Social Capital Management“ als berufsbegleitendes Masterstudium in 4 Semestern absolvieren. Wir wollen damit Führungskräfte aus unterschiedlichsten Branchen ebenso ansprechen wie Qualitäts-, Human-Resource und Projektmanager, die ihre klassischen Skills um neue Modelle und Perspektiven zur Wertschöpfung und zur sozialen Produktivität erweitern wollen.
Hier finden Sie die Internet-Seite des Studienganges. Dieser Blogbeitrag stammt aus dem Magazin Training von Christoph Wirl. Den kompletten Artikel finden Sie in der Ausgabe 2 vom März 2011.
Bildrechte: www.sxc.hu
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