Recruiting: Tausende Euros für einzige Fehlentscheidung

Fehlrecruiting, Bildrechte: www.sxc.huDas Ziel jedes Recruiters ist es, den richtigen Deckel für den Topf zu finden. Wie oft  eine solche Suche jedoch fehlschlägt, ist schwer zu ermitteln. Fest steht: Fehlentscheidungen bei der Mitarbeiterauswahl kommen häufiger vor, als man denkt. Sie können PRO Mitarbeiter sogar drei bis fünf Monatsgehälter verursachen. Ein Grund mehr, den HR-Prozess voranzutreiben und die eigenen Kriterien zu schärfen.

Recruiting ist ein dauerhafter Prozess. Als professionelles Unternehmen sollte man ständig auf der Suche nach neuen Talenten und Mitarbeitern sein. Selbst wenn gerade keine Einstellung nötig ist, kann man durch einige Vorstellungsgespräche pro Monat den Markt beobachten und zufällig gefundene Genies und Topmatches dann doch einstellen.

Viele Unternehmen vernachlässigen diesen Punkt aber und das ist auch einer der häufigsten Fehler in der Mitarbeitersuche: Ein Screening wird erst dann durchgeführt, wenn die bestehenden Angestellten bereits in Arbeit schwimmen und eine Verstärkung dringend gebraucht wird. In dieser Stresssituation ist ein rationales und gutes Recruitng fast nicht mehr möglich.

Die HR-Abteilung, falls diese existiert und es nicht der Vorgesetzte ist, der sich um die Belegschaftssuche kümmert,  bekommt von allen Seiten Druck. Die Mitarbeiter sind unzufrieden, da sie das ihnen auferlegte Pensum nicht mehr bewältigen können und fordern eine sofortige Rekrutierung. Der ökonomische Erfolg ist ebenfalls ein Faktor, den man nicht vergessen darf. Durch die knappe Besetzung können Aufträge nicht rechtzeitig fertiggestellt werden, was Kunden unzufrieden stimmt. Vielleicht müssen neue Anfragen sogar aus Not am Mann abgelehnt werden.

Durch Hast entstehen die häufigsten Fehlentscheidungen: Man fragt schnell einmal im Bekannten- und Businesskreis herum, ob jemand auf Arbeitssuche ist oder jemanden empfehlen kann. Nach einer Hand voll Interviews ist die Entscheidung getroffen, ohne auch nur irgendein Qualitätskriterium oder eine ordentliche Methodik angewandt zu haben.

Nach einer kurzen Zeit der Einschulung sind die personalen Ressourcen gestärkt und die Arbeit wird mit voller Geschwindigkeit aufgenommen. Der Schein trügt jedoch. Hat man sich die Entscheidung vorher nicht gut überlegt, wird der Aha-Effekt bald folgen: Der Mitarbeiter passt nicht in die Stellenbeschreibung, hat nicht ausreichend Kenntnisse um selbstständig zu arbeiten und neue Ideen im  Geschäftsbereich zu entwickeln, bringt wenig Motivation mit und erfüllt eher die Mitläuferfunktion als die Vorzeigerolle.

In Folge entsteht ein immenser Anteil an unnötigen Kosten.  Folgend zwei Szenarien wie es mit dem falsch rekrutierten Mitarbeiter im Unternehmen weitergehen kann:

Der neue Mitarbeiter bleibt im Unternehmen:

  • Es muss eine zusätzliche Kraft eingestellt werden, da der bestehende Angestellte das ihm auferlegte Pensum nicht schafft.
  • Durch seine Demotivation ruft er auch bei anderen Beschäftigten eine schlechte Stimmung hervor, was das Unternehmensklima abwertet.
  • Er bringt keine neuen Ideen und Vorschläge in das Unternehmen mit ein, da er die jetzige Anstellung  nur als Übergangslösung sieht.
  • Das monatliche Gehalt muss weiterhin bezahlt werden.


Der neue Mitarbeiter verlässt das Unternehmen nach kurzer Zeit:

  • Der Bewerbungsprozess muss von Neuem beginnen und kostet Zeit und Geld.
  • Im Customer Service: Die Kunden sind verwirrt, da sich die Ansprechperson ständig ändert.
  • Eventuell fällt eine Abfertigung an, die ausbezahlt werden muss.
  • Der Einschulungsprozess ist umsonst gewesen und muss wiederholt werden.
  • Die bestehenden Mitarbeiter merken die fehlende Qualität im HR-Prozess.

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All diese Punkte können dazu führen, dass sich die Fehlkosten auf drei bis fünf Monatsgehälter belaufen. Vor dieser Zahl warnt etwa Peter Schütz, Geschäftsführer des Österreichischen Trainingszentrums für NLP Und NLP-Therapie. In Einzelfällen kann der Schaden durch die stockende Produktivität noch viel größer sein.

Aus diesem Grund wollen wir vom Recruiting Club Team eine Artikelserie unter dem Thema „Fehlrecruiting“ gestalten. In den nächsten Tagen/Wochen erwarten Sie Inhalte, die sowohl praktische Fälle und Negativbeispiele aufgreifen, als auch theoretische Methoden zur Verhinderung vorschlagen. Viel Spaß beim Schmökern!

Ihr Recruiting Club Team

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