KMUs im Technikdschungel – Eigene Internetpräsenz
Wenn bei einer Branche Internet drauf steht und online auch wirklich drinnen steckt, ist die Schnelligkeit von Veränderungen und Trends immens. Das Recruiting und der HR-Bereich sind hier keine Ausnahme. Recruiting-Websites, Mobiles Recruiting oder Online-Mitarbeiterauswahl sind nur einige Schlagwörter. Wie sich speziell KMUs im Technikdschungel orientieren können, lesen Sie hier in einer dreiteiligen Serie.
Wer im Wettbewerb ganz vorne mit dabei sein will, muss sich mit dem Onlinesektor auseinandersetzen. Dabei genügt es aber nicht, irgendeine Homepage zu haben und diese nicht zu optimieren. Die besten Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie den Veränderungen nicht nachhinken, sondern sie sogar mit kreieren. Ständiges Lesen, Informieren und Fachsimpeln steht also auf der Tagesagenda.
Unternehmen, die über 50 oder weniger Mitarbeiter verfügen, können sich diesen Zeitaufwand oft schwer leisten. Ein Angestellter ist für drei oder vier Themenbereiche zuständig. Er hat also keine Zeit im Internet zu surfen und nach den neuesten Trends im z.B. „Mobile Recruiting“ zu suchen.
Der Einsatz welcher Tools und welchen Zeitbudgets ist für KMUs in diesem Bereich aber wichtig und empfehlenswert? Der Recruiting Club wird zu diesem Thema in den nächsten Wochen eine dreiteilige Serie veröffentlichen. Lesen Sie somit in Teil 1, welche Anforderungen eine Webseite erfüllen sollte, was Mobiles Recruiting zu bieten hat und welche Trends das Internet speziell für das Recruiting mitbringt.
Teil I: Eine Internetpräsenz und Recruiting Webseite
Unternehmen, die entweder direkt online verankert sind oder welche zumindest einen Teil ihres Umsatzes online erzielen, besitzen schon längst eine Webseite. Aber nicht nur sie können von einer gut gemachten Internetpräsenz profitieren. Auch Handwerksbetriebe, Restaurants oder Friseure sollten über die Erstellung ihrer eigenen Website nachdenken.
Es kann einem viel Zeit ersparen, wenn alle nötigen Informationen gesammelt und übersichtlich auf dieser Seite zur Verfügung gestellt werden. Normalerweise würden viele Kunden zum Telefonhörer greifen um sich über bestimmte Angebote informieren zu lassen. Kann man online jedoch schon vorab die wichtigsten Informationen einsehen, ist die Antwort auf alle Fragen mitunter schnell gefunden. Außerdem kann man sich als Firma im besten Licht präsentieren und so neue Talente und potentielle Mitarbeiter ansprechen. Bei großen Unternehmen werden schon viele neue Mitarbeiter über diese so genannten „Recruiting Webseiten“ eingestellt.
Was hilft einem aber eine Webseite, wenn man nicht gefunden wird? Zwar wird der Großteil der Besucher vieler KMU-Webseiten über persönliche Empfehlungen, Visitenkarten oder Plakate auf die Website aufmerksam, aber den Vorteil der organischen Suche sollte man nicht vergessen. Darunter versteht man alle Besucher, die durch Suchanfragen bei Google, Yahoo oder Bing auf die eigene Seite finden. Internetuser entdecken vielleicht etwas Interessantes und werden Kunden. Es hängt natürlich immer von der Art des Business ab: Als Faustregel wird oft die Zahl der 50 Kilometer genannt. Das bedeutet, wenn die Zielgruppe in einem Umkreis von 50 Kilometer lebt, ist der intensive Nutzen von SEO (Suchmaschinenoptimierung) nur gering. Sobald diese Schwelle aber übertreten wird, ist eine umfassende Strategie notwendig.
Bei der Erstellung und Wartung von Internetauftritten von Klein- und Mittelunternehmen werden oft dieselben Fehler gemacht. Hier sind einige der häufigsten:
1) Bekannte mit der Erstellung beauftragen: Die Kosten der Erstellung werden so gering als möglich gehalten und daher beauftragt man jemanden, den man kennt (der Cousin von einem Freund oder der alte Schulkollege des Bruders). Das kann natürlich gut gehen, aber in vielen Fällen lassen die Ergebnisse zu wünschen übrig. Wer eine saubere und gut aussehende Page haben will, muss auch etwas investieren.
2) Webseite intern nicht verknüpfen: Eine Webseite, die nur über eine Startseite und allenfalls einer einzigen Unterseite besteht, lässt sich so gut wie nicht positionieren. Wichtig ist es, dass es jede Menge relevanten Content, Texte und Bilder gibt. Auf das Verhältnis von Links ist ebenfalls zu achten. Am besten sind jene, die von anderen Seiten auf die eigene Seite linken. Für das ausgewogene Verhältnis sollte man aber auch selbst Verlinkungen setzen. Gerne vergessen wird die Verlinkung von einer internen Seite auf einen weiteren eigenen Inhalt, in der Fachsprache “Deep Links” genannt. Jeder Content muss innerhalb eine Verbindung darstellen und sollte bei einer Länge von 400-500 Wörtern mindestens einen oder zwei interne Links enthalten.
3) Auf Überschriften keinen Wert legen: Suchmaschinen werten vor allem den Titel von Inhalten und den dabei gewählten Permalink (also der Text der am Ende der URL steht). Dieser sollte präzise und treffsicher gewählt werden. In den Permalinks ist es wichtig, dass keine Unterstriche, Sonderzeichen als auch Umlaute eingefügt sind. Selbst das geschickte Auswählen von Untertiteln hilft bei der Positionierung.
4) Nicht auf den Content achten: Ein häufiger Fehler ist, dass im Vorfeld nicht über den Content der Seite nachgedacht wird: Egal ob Text oder Bild, es wird irgendetwas online gestellt. Der Text ist fern von Marketingzwecken und der Zielgruppenansprache verfasst und die Bilder wurden irgendwo vom Internet heruntergeladen. Aber Achtung: Mit der Verletzung der Nutzerrechte ist nicht zu spaßen und das sehr teuer kommen. Ideal wäre es, wenn man mindestens einmal in der Woche neue und frische Inhalte produziert.
5) Auf die wichtigsten Keywörter vergessen: Die eigene Webseite sollte an allen Stellen Keywörter enthalten, die für den Inhalt der Seite relevant sind. Dafür sollte man sich am Anfang überlegen, in welchem Bereich man sein Unternehmen positionieren will. Verkauft man Kosmetikprodukte dann werden Wörter wie Gesichtscreme, Duschgel oder Shampoo wichtig sein; bei einer Versicherung wohl Haftpflichtversicherung und Reiseversicherung.
6) Bildern keine Beschreibung hinzufügen: Bilder sind ebenfalls suchmaschinenrelevant. Der “title” und “alt”-tag sollte daher unbedingt eingefügt werden. Sie werden dann nämlich gecrawlt und dadurch wird entschieden, ob ein Foto bei den Ergebnissen der Bildersuche erscheint.
7) Das Design geht an der Zielgruppe vorbei: Was ist meine Zielgruppe? Oft wissen Unternehmen das nicht, sie wollen einfach so viele Menschen wie möglich ansprechen. So sieht dann auch das Design aus: wild durcheinander gewürfelte Grafiken und Elemente. Eine Zielgruppenanalyse wäre hier allerdings angebracht, denn oft ist weniger wirklich mehr. Wer bei der Erstellung außerdem alte Tools und Schriftarten verwendet, hat schnell das Klischee einer veralteten Seite am Hals. Versuchen Sie also jemanden zu finden, der designtechnisch auf dem neuesten Stand ist und ihnen eine moderne und geschmackvolle Erscheinung verpasst
8) Nicht auf Dateigrößen achten: Viel Content ist gut, zu großer allerdings nicht. Die Seite wird dann langsamer und Besucher sind nicht geduldig. Dauert das Laden zu lange, klicken sie lieber woanders hin. Oft kann die Qualität von Bildern, Videos etc. heruntergeschraubt werden und trotzdem werden sie nicht verpixelt oder schlecht angezeigt.
9) Corporate Identity: Jedes Unternehmen sollte seine Identität haben! Logo, Flyer, Aussendungen, Produkte etc. sollten einer roten Linie folgen. Zumindest besitzt jedes Business ein eigenes Logo. Sind dessen Farben Blau und Schwarz, dann sollte die Website keinesfalls mit Gelb und Violett gestaltet werden.
10) Kontaktlink auf einer Unterseite: In vielen Fällen interessiert die User, wie sie Sie erreichen können bzw. wer hinter einer Webseite steckt. Dazu ist es wichtig, diese Tatsache gleich auf der Startseite klarzustellen. Der Kontaktlink sollte sich also keinesfalls auf einer Unterseite befinden und gleich auf den ersten Blick zu sehen sein.
Kennen Sie noch weitere Fehler, die hier angeführten werden sollten? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen. Wie freuen uns auf Ihren Beitrag!
Lesen Sie in der nächsten Woche, im zweiten Teil der Serie, mehr über das Thema KMUs im Technikdschungel.
Sehr guter und übersichtlicher Artikel. Ich denke auch, dass die Zeiten längst vorbei sind, in denen eine Website lediglich eine digitale Visitenkarte war. Heutzutage muss man neben der Usability auch sehr stark auf die Auffindbarkeit bei Suchmaschinen achten, da diese für viele User der Anfang jeder Online Session sind.