Alle Bewerber sind hochkompetent!

Bewerber, BR: sxc.huKandidaten von heute sind perfekt ausgebildet und hochkompetent! Stimmt nicht? Na dann hören Sie doch mal in irgendein Vorstellungsgespräch rein. Da wimmelt es nur so von hochkompetenten Zeitgenossen, die sich allen Anforderungen optimal gewachsen sehen. Von realistischer Selbsteinschätzung keine Spur. Dipl.-Kfm. Ingo Scheider schildert im folgenden Beitrag welchen Herausforderungen Interviewer und Headhunterin die Stirn bieten müssen und gibt Tipps wie Vorstellungsgespräche optimal geführt werden können.

Viele sind getrimmt und gut geschult, kennen die üblichen Fragen und wissen sich darzustellen als Was-auch-immer-Sie-suchen. Da stellt sich die Frage: wie knacke ich solche Nüsse, wenn die alten Nussknacker nur die alten Nüsse knacken?

Mit den üblichen Fragestellungen der „guten alten Schule“ jedenfalls nicht. Tiefenbohrung ist angesagt. Geschickte Bewerber erfordern geschickte Dialogpartner auf der anderen Seite! Und dazu muss ich doch tatsächlich zum Äußersten grKurt Meinkeeifen – und mich mit meinem Bewerber (und zwar jedem Einzelnen) vor dem Bewerbungsgespräch beschäftigen.

Denn Wiedersprüche in der Selbstpräsentation kann man nur aufdecken wenn man konkrete, auf den Lebenslauf des Bewerbers zugeschnittene Fragen stellen kann. Ziel ist es dabei immer, den Bewerber zum Erzählen anzuregen. Beim „Plaudern aus dem Nähkästchen“, mit plötzlichen Themenwechseln erhascht man dann endlich einen Blick hinter die eingeübte Fassade.

Als Headhunter bedeutet das auch: Man muss deutlich mehr von der Arbeitswelt der Branche kennen als früher. Allzu tief in Richtung „Privates“ zu bohren ist nicht möglich und so bleibt nur noch das Fachliche.

Doch dort muss sich der Recruiter auskennen, sonst verliert man sich im Dschungel des Fachjargons und kann gar nicht bewerten ob der Bewerber die Fachwörter gerade als Nebelkerzen wirft oder selbst versteht wovon er spricht.

Sind Sie ausreichend geschickt? Denn sonst werden Sie die wirklich Kompetenten von den „Hochkompetenten“ nicht unterscheiden können. Und was es für die Arbeitspraxis bedeutet, wenn der/die Falsche an Bord kommt, ist ja bekannt.

Über den Autor: Dipl.-Kfm. Ingo Scheider ist Geschäftsführer der Kontrast-Consulting GmbH. Kontrast Consulting gibt es seit 1993 als Dienstleister für alle Themen rund um das Thema Personal, Organisation und Prozesse. Als Headhunter aus Hamburg haben wir tiefgreifende Erfahrung im Gesundheitswesen, der Medizintechnik und der Pharmabranche gesammelt.

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